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reiseBERICHTE | 15 | david aus serekunda | 25.12.2001

weisse weihnachten haben wir nicht gehabt, eher beige, das ist die farbe des strandes hier in gambia. um ein bisschen zu entspannen nach den anstrengenden naechten in dakar (auszug aus dem diskussionsforum siehe unten), kommt das gerade richtig. obwohl wir eigentlich seit mauretanien ziemlich viel entspannen, aber hier ist es einfach ueberall recht angenehm und nicht so stressig. ausser vor dem internetcafe hier in serekunda, denn das scheint die drehscheibe des nationalen oeffentlichn verkehrs zu sein und kein mensch versteht, dass man einfach nur ueber die strasse gehen will ohne ganz dringend in einem brechend vollen bushtaxi (wir sind ja in englischsprachigem gebiet) nach bakau, banjul oder sukuta fahren zu wollen.
leider ist gambia, nachdem es recht gut touristisch erschlossen ist, wesentlich teurer als senegal und mauretanien. aber so lange bleiben wir ohnehin nicht hier. unser plan ein paar filme entwickeln zu lassen und fotos ins internet zu stellen ist auch gescheitert, da man anscheinend in ganz gambia keine diafilme entwickeln lassen kann. sehr merkwuerdig - vielleicht ist das aber der grund fuer die tollen druckprodukte hier?
ansonsten gibt es mal nicht viel zu berichten, was ina nicht schon geschrieben haette, auch wenn immer noch ein bericht unserer wuestenreise aussteht, aber dazu habe ich heute keine muse. wuensche euch allen noch schoene feiertage!
liebe gruesse aus gambia, david

Jul Brew heißt das gambische Bier

Laybato Beach and Restaurant, hier haben wir Weihnachten 2001 verbracht, Fajara, Gambia.

aus den diskussionsforum:
ja, ja, ein bisschen klueger... bin ich jetzt auch. natuerlich ist ein hotel mit bidet in jedem zimmer ein stundenhotel (zumindest in dieser preiskategorie). ausserdem haben wir mittlerweile gelesen, das das in den meisten billigeren hotels so ueblich ist in westafrika. ist ja auch an und fuer sich nicht so schlimm, nur eben zum schlafen nicht sehr leise. so um halb zehn hat es angefangen, da sind die damen mit einem oder zwei herren in die zimmer spaziert in ihren stoeckelschuhen, die anscheinend doch nicht das geeignete schuhwerk fuer an schlapfen gewoehnte fuesse zu sein scheinen. von zehn bis zwoelf war es dann ein einziges getrappel und getrippel, geschrei und gestreite ab und zu. dazwischen wurde es wieder ein wenig ruhiger nur mit bauchklatschen und bettruecken. aber alles in allen scheint es recht zackig zu gehen, obwohl sonst alles ewig dauert in diesen breiten. ab halb eins war dann eine halbe stunde duschen nach der reihe angesagt und besprechen des heutigen arbeitstages. danach kamen nur noch vereinzelte besucher, dafuer wurde das radio im hof wieder angedreht und die moskitos erhielten scheinbar ihr startsignal. so haben wir denn auch um viertel nach drei mit den zeltstangen eine konstruktion ueber dem bett gebaut und das moskitonetz darueber installiert - fuer einen ruhigeren schlaf, mit ohrstoepseln, so ab halb fuenf uhr.

am tag davor - ich fand das fastr noch schlimmer - waren wir in einem hotel nahe beim flughafen, wo wir zwar den ventilator mit kleiderbuegeln zu einer expresstrockenmaschine fuer frisch gewaschene unterhosen gemacht haben, ueber das jede halbe stunde, die ganze nacht lang, flugzeuge hinwegflogen. eines haben wir beim nachhause gehen gesehen - mit gedanken an den 11.9. - es war etwa 30 meter ueber uns. verstaendigung ist natuerlich auch mit schreien im zimmer nicht mehr gut moeglich. ina hat trotzdem geschlafen.

letzte nacht waren wir hier in gambia im malawi guesthouse und ich bin mitten in der nacht aufgewacht und ich habe mich richtig gefreut, weil es so dunkel und ruhig war. so das ist als der advent, die stillste zeit im jahr - ein ausspruch, der anscheinend nicht nur in europa nicht (mehr) stimmt.


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