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reiseBERICHTE | 16 | weihnachtsina aus gambia | 25.12.2001

nach meinem letzten reisebericht sind wir aus dem internet-cafe gekommen und haben st. louis beinahe nicht mehr wieder erkannt: alle, ausnahmslos alle leute waren in ihrem festtagsgewand unterwegs, jung und alt, und die ganze stadt hat gerochen wie eine riesige duschgel-abteilung in einem geschaeft.

fuer diesen abend, das ende des ramadans, hatten wir in einem restaurant unweit von unserem campement fisch-essen gebucht, nachdem es die beiden abende vorher aus gruenden der miesen verstaendigung nicht geklappt hat. wir haben dieses restaurant nur vollstaendig leer gekannt und wie haben wir da geschaut, als lauter bekannte gesichter vom campingplatz da gesessen sind und auf uns gewartet haben. wie sich im lauf der zeit gezeigt hat waren es die ober-autoschieber, die auch schon in nouakchott im gleichen campingplatz waren. die sind von einem franzosen angeheuert worden, der die autos in frankreich gekauft hat und sie haben die autos nur gemuetlich nach afrika fahren muessen, wo der chef sie verkauft hat. unser colas schnuggi hat tags darauf sein auto auch dem oberchef verkauft. das ist dort scheinbar sehr ueblich. mir haben die typen ganz und gar nicht behagt und mit ihnen zu essen noch viel weniger. begruesst wurden wir mit einem witzchen ueber partnertausch auf englisch und danach haben die kerle dann mehr franzoesisch gesprochen. nach diesem nicht so tollen essen hat david ganz fix bezahlt und wir haben den ort, ohne viel worte verlassen. und sind in die stadt spaziert, was man bei dunkelheit ja nicht so unbedingt tun soll. aber wir hatten einen schutzengel in apricot-farbenem festtagsgewand, der den gleichen weg hatte und da fuehlte ich mich recht sicher. taxi war an diesem abend nicht leicht eins zu finden, denn alle haben das ende des ramadan gefeiert. wir sind zur feier des tages in die patisserie und haben dort einen coup gegessen. sehr nobel. gerne haetten wir so richtig gefeiert, aber wir haben nicht so recht gewusst wie und wo.

am naechsten tag sind wir dann aufgebrochen in die zebrabar. und dort war es sehr, sehr schoen und angenehm. unser ausflug mit dem kanu ist ja von david schon berichtet worden.

nach 2 naechten dort sind wir weiter nach dakar gefahren und davon waren wir nicht so begeistert, alle leute wollten uns dringend irgendetwas verkaufen, christbaeume aus plastik schon mit montierten lichtlein und so zeug. neinein. wir sind doch nicht so die grossstadt-menschen und in afrika noch viel weniger. und die hotel-erfahrungen hat david ja im forum kund getan. allerdings waren wir in dakar zum ersten mal so richtig senegalesisch essen. fisch natuerlich, war fein, mit so komischem, reis, der ist hier recht kleinkoernig und dunkel. ich nehme an, es ist der reis, der hier auch waechst. nach diesen 2 stadt-tagen hat uns nichts mehr gehalten und wir sind per taxi brousse, das hier nun wieder bush taxi heisst, nach gambia gefahren. englisch sprechen oder zumindest etwas aehnliches - wie schoeoen!

unser erstes gemeinsames weihnachten war romantischer als erwartet, da naemlich in gambia die stromversorgung noch nicht so 100% laeuft und so hatten wir ein candle-light-dinner. mit blick aufs meer, mondschein und meeresrauschen. ich war echt froh, dass der strom aus war, denn sonst haetten sie uns mit musik beglueckt....

dafuer beglueckt man uns heute im internetcafe mit einem special-christmas-offer, das ist sehr nett, denn hier sind einige dinge gar nicht so billig, zb taxi fahren oder eben internet und telefonie. vor allem ist ein dalasi ungefaehr so viel wert wie ein schilling und da krieg dann sogar ich mit wie teuer etwas ist - sonst ueberlasse ich das oft dem david.

Laybato Beach and Restaurant, hier haben wir Weihnachten 2001 verbracht, Fajara, Gambia.

hier geht heute noch recht die post ab, die kids treten immer in gruppen auf, einer von denen ist ganz grausig verkleidet und schwarz im gesicht und dann singen sie und trommeln und machen musik und laerm, so lange, bis sie eine muenze kriegen und dann ziehen sie von dannen.

heute haben wir mit einem der vielen gambier, die unser guide sein woll(t)en eine kleine tour gemacht nach bakau, zu einem holy place, 700 jahre alt... einer von 5 orten, wo es hier krokos gibt. bei den krokodilen war es recht lauschig. angeblich essen die dort keine menschen, because they are not used to. die kriegen jeden morgen ihren fisch und das ist anscheinend genug. charly, the friendly crocodile, das ist jenes, das man streicheln kann, hatte keine lust von uns angetatscht zu werden (was ich aber eh nicht wollte, denn so ganz geheuer sind mir die tierli ja dann doch nicht) und ist gleich im dickicht verschwunden. die anderen kann man nicht streicheln, nur anschaun. in allen groessen (baby bis oma) latschen die da so herum, frei, wenn sie wollen gehen sie in den pool baden und sonst sunbathing und dies oft mit offenem maul, um sich abzukuehlen.

und wenn man hier schon lange verheiratet ist und noch keine kinder bekommen hat, pilgert man dorthin und die frau wird dann mit dem wasser aus dem pool (grausig gruen und algig, so wie es die krokos gern haben) geduscht und dann wird sie schwanger und der sohn heisst dann so wie dieser heilige ort, katchikally. des weiteren finden dort in den nischen eines uralten elefantenbaumes beschneidungen statt und zwar beiderlei geschlechts, was mir ja fast die sandalen ausgezogen hat! obwohl unser guide sofort eingewendet hat, dass heutzutage nur noch die buben beschnitten wuerden und das auch nur im hospital. jaja - wer`s glaubt..... ich glaube, wir werden nun wieder heim marschieren und unsere taegliche runde ins meer gehen, dann duschen und ich werd heute couscous kochen. und danach ein letztes mal unser tolles terraesslein auskosten bei einem feinen, kuehlen bier. von der terrasse aus beobachten wir uebrigens immer die vielen eidexlis, die sich da so tummeln und fangen spielen. unsere neuen haustiere. was gibt es schoeneres an einem weihnachtstag?

Ticket zum Crocodile Pool in Bakau, Gambia


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© david scharler