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reiseBERICHTE | 20 | david, und weiter... | 5.1.2002

ergaenzen wir uns nicht ganz toll? ich habe gerade inas bericht gelesen und mich gefreut, wieviele der kleinen dinge, die uns tagtaeglich so umgeben darin vorkommen, auch wenn es noch hundert andere zu erzaehlen gaebe, aber das machen wir dann im maerz oder so, zurueck in der kaelte.

weiter in der erzaehlung zu 2 x 1001 nacht, wie wir sie nun in unsere buecher schreiben. wieder einmal kommen wir also mitten in der nacht in banjul an und haben keine ahnung, wo wir sind und wo wir hinwollen. der taxifahrer (stellt sich nach 10 minuten fahrt heraus) hat auch keine ahnung und kann zudem keine englisch. wir warten also an manch halbheller ecke und hoffe auf einen dolmetscher, schliesslich steigen wir ca. 100 meter vom startort aus und sind da: abbey guesthouse. zum guesthouse kann man fast nicht gehen, da direkt davor ein strassenfest mit getrommel und scheinwerfer und musik stattfindet, wir sind muede, gereizt und verschwitzt, das einzig freie zimmer ist natuerlich das an der ecke, wo die "musik spielt".

zum guesthouse kann man fast nicht gehen, da direkt davor ein strassenfest mit getrommel und scheinwerfer und musik stattfindet, wir sind muede, gereizt und verschwitzt, das einzig freie zimmer ist natuerlich das an der ecke, wo die "musik spielt".

Neujahrsfest auf der Straße vor dem Abbey Guest House

ok, gehen wir noch was essen. wieder durch die menge, ob der toubab nicht doch noch was kaufen oder verschenken will, oder vielleicht will er gerade dringend mit mir reden und ich koennte diesen neuen satz testen: hello, how are you, give me five dalasi, what is your name, you want to go to the market, it's not costy... schliesslich landen wir, trotz den scheusslichen namens, bei Mandela Alles Klar Fast Food und erhalten ein tolles abendessen, zusammengestellt aus huehnchen, pommes, salat, teigtaschen mit fleischfuelle und anderes á la afriquaine. als wir zurueckgehen, schoen brav dem weg folgend, den wir uns eingepraegt haben, kommen wir am hotel an und das strassenfest ist weitergezogen. es kommt also doch alles anders als man denkt, wir verbringen eine ruhige nacht mit ventilator im zimmer und ruhe auf der strasse.

am naechsten morgen gibt es noch fruehstueck inklusive, fuer uns wieder mit spezieller chillysauce (piment) aus st.louis. wir machen uns auf den filter zu suchen, den inas goetti per dhl von zuerich nach banjul geschickt hat - meinte man. wir suchen per stadtplan und nachfragen nach dem buero, an das die lieferung ging und das auch im internet als hauptbuero angegeben ist. doch weit und breit keine anzeichn von dhl, dort ist jetzt eine fluglinie, aber ein freundlicher herr weiss, dass am anderen ende der stadt ein dhl-buero ist. wir spazieren also hin, kaufen unterwegs ein paar afrikanische zahnputzstaebchen (die einheimischen stochern damit den lieben langen tag in den zaehnen herum und schaben den belag von diesen, damit sie wieder bitzen, wie mit tide gewaschen = marokkanisches wunderwaschmittel) und finden das buero. nach laengerem warten am telefon erfaehrt die dame, dass das paket in kanifing, bei serekunda, ist. also auf zum naechsten buschtaxi eine stadt weitergefahren und nachgefragt, wo das denn sei - kennt leider keiner. unbeirrt gehen wir weiter und nach einhundert mettern steht es gross ueber dem eingang. paket ist da, filter ist in ordnung und stellt sich auch als der richtige heraus, damit steht der froehlichen eigenwasserproduktion nichts mehr im wege (wir muessen natuerlich gleich mal ins guesthouse eine runde testpumpen). vielen dank an dieser stelle noch einmal an paul und brigitta!!!

leider gehen sich unsere geldreserven gerade nicht mehr aus fuer den einen tag, den wir nun mehr in gambia sind, also pilgern wir zum visa-automaten, wieder der gleiche, der meine karte nicht mag, aber leider der einzige in der stadt. schon wieder fahren wir mit dem bushtaxi in die naechste stadt, der automat (hier: moneylink) ist out of service. mit dem allerletzten geld zur letzten hoffnung, der automat an der shelltankstelle, aber der geht auch nicht. nun bleibt uns nichts mehr uebrig, als in den sauren apfel zu beissen und ein paar franc-cfa zu wechseln, die schon schilling waren, dann francs francaises, francs cfa und nun dalasi. zur freude aller banken und wechsler.

so, nun sind drei stunden um, doch das forschungsteam mit eigenwasserproduktion wird sich in baelde, wer weiss von wo, wieder melden und bericht erstatten von den dingen, die sich zutragen auf dem schwarzen kontinent - wenn auch nicht am fusse der ngong-berge...
david


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© david scharler