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reiseBERICHTE | 21 | ina aus niamey, niger | 25.1.2002

so, nachdem wir 2 mal in einem internetcafe waren (extra hingelaufen) und die uns gestern erklaert haben, dass sie keine verbindung haetten, aber morgen sei ja schliesslich ein anderer tag, wir sollten es versuchen und wieder kommen, hat uns der herr dann doch den weg erklaert zum anscheinend einzig wahren internetcafe in niamey. und hier kostet es auch nicht sooo viel, sondern wie in timbuktu. im anderen haetten die tatsaechlich ats 300 pro stunde verlangt.

die lange reisebericht-pause ist folgendermassen entstanden: zuerst waren wir zwei tage damit beschaeftigt von der casamance nach mali zu reisen, von ziguinchor nach tambakunda und dann von tambakunda zur grenze und von dort nach kayes.

als wir des abends in tambakunda angekommen sind, ist uns etwas sehr seltenes passiert: es war schon dunkel und nachdem es nicht lustig ist im dunkeln in einer stadt herumzugehen die man nicht kennt, schon gar nicht mit unserem gepaeck, wollten wir ein taxi nehmen, doch der fahrer hat von sich aus gesagt: ich bring euch schon hin, aber eigentlich ist es nicht weit zu fuss. so haben wir noch einen abend im senegal genossen, im lauschigen restaurant "nikinanka", wo ich doch gleich an die niki denken musste und als wir gefragt haben, was das bedeutet hat uns die dame erklaert, dass es ein schreibfehler sei und eigentlich "ninkinanka" heissen muesste, das war ein drache, der hier einmal gelebt hat. ein letztes, gutes gazellen-bier und dann ab ins bett.

mittlerweilen koennen wir es schon ganz gut, dass wir frueh aufstehen und die kuehlen morgenstunden ausnuetzen zum reisen und so haben wir recht bald in der frueh ein taxi zur grenze genommen und die strasse dorthin war sehr, sehr gut. david hat gemeint, wenn er im senegal taxifahrer waere, wuerde er nur diese strecke fahren. so kam es, dass wir schon vor mittag in mali eingereist sind, dort haben wir als erstes die polizei suchen muessen, dort photos hergeben und geld und ein wenig mit den beamten gescherzt. mittlerweilen weiss ich naemlich wie das ist mit dem franzoesisch und mir: wenn jemand mit mir reden will, sich zeit nimmt und zuhoert, dann versteh ich es ganz gut. vielleicht einmal nachfragen, aber es funktioniert auf jeden fall. wenn allerdings einer einfach wie wild und schnell auf mich einredet und nicht wirklich mit mir kommunizieren will, dann verstehe ich meistens nix. und die leute, die mich verstehen wollen, die tun das auch. vielleicht braucht es mehrere anlaeufe, aber im normalfall klappt es. so, nun sind wir also in mali.

Tolle Passfotos aus Bamako

Busticket von Bamako nach Segou

Auf den ersten Blick bekannt erscheinende Dinge

Busticket

irgendwie ein hoehepunkt unserer reise, mit timbuktu und den ganzen schoen und sagenhaft klingenden staedten, aber leider ist mein bild von mali mittlerweilen auch von einigen makeln geziert. es ist schon ein sehr schoenes land, aber bis jetzt sind wir noch nirgendwo so ausgenommen worden. es ist uns schon klar, dass weisse mehr zahlen muessen als einheimische, das ist auch nicht so schlimm, aber gleich das fuenffache von dem, was ein einheimischer fuer die fahrt mit der pinasse von mopti nach timbuktu, haetten sie uns nicht abknoepfen muessen. vor allem weil man ja als fremder nicht weiss, wohin man gehen muss um wirklich an den zu geraten, der die "normalen" tickets verkauft. steht auch in keinem fuehrer. also organisiert das jemand fuer dich und wenn du pech hast, zockt dich der halt unglaublich ab.

oder der bus von gao nach niamey, zwar eine staatliche gesellschaft, aber wir haben trotzdem fast das doppelte von dem gezahlt wie die anderen. und die leistung die man dafuer erhaelt ist ja genau die gleiche wie fuer die einheimischen. aber es ist nicht immer so gewesen. das natuerlich nicht. zb die fahrt von timbuktu nach gao, da waren wir am vortag bei der tankstelle fragen, wann wohl der naechste transport sein wird nach gao (es gibt nicht wirklich etwas oeffentliches, da es keine strasse, nur "piste" gibt oder halt den niger-fluss per schiff) und da hat man uns gesagt, vielleicht morgen am abend, mit 10 anderen in einem landrover, wenn sich genug leute finden. preis war ok. und am naechsten tag um 9:00 in der frueh war ploetzliche in tuareg da mit seinem 4x4 und der wollte toute de suite losfahren nach gao und uns mitnehmen, fuer einen tollen preis, wenn man bedenkt, dass wir 4 touris waren und nicht 12 zahlende einheimische. und dieser tuareg, der war ganz ein netter, der wollte mich naemlich heiraten. er traeumt von einer franzoesin oder schweizer frau (wie uebrigens viele), da die nicht so viele kinder kriegen wollen und eine eigene arbeit haben. er wuerde es sogar in kauf nehmen einen teil des jahres dort zu leben wo sie herkommt. ich habe mich gleich gefragt, wieso er so zuvorkommend ist, mich vorne sitzen laesst und sich oft nach meinem befinden erkundigt, dachte aber, dass er sich denkt, dass mir vielleicht schlecht wird oder so. aber nein. er hatte nicht gekneisst, dass david und ich zusammengehoeren. hat dann die zwei franzosen einzeln dazu befragt. aber das war eine nette erfahrung. vor allem da mir ja die tuareg ein bisschen ungeheuer waren, weil im herbst einige oesterreicher in mali von tuareg-rebellen ueberfallen worden sind.

aber nun weiter zu unserem fortkommen: am ersten tag sind wir von der grenze mit einem wirklichen buschtaxi, ein umgebauter lkw, seitlich offen, oben bretter als dach, mit vielen anderen leuten nach kayes (das spricht man aus wie ein englisches auge mit k vorne) und dort sind wir tatsaechlich, obwohl die strasse mies war, vor sonnenuntergang angekommen. kayes soll einer der heissesten orte in ganz mali sein. aber davon haben wir nichts bemerkt. haben noch schnell abgecheckt wann der naechste zug nach bamako faehrt und ein herrliches maffé gegenueber vom bahnhof bei einem strassenstand gegessen. maffé ist reis mit einer sauce, die nach erdnuessen schmeckt und manchmal fisch drin hat, manchmal hendl und manchmal auch gemuese. und ich liebe maffé.

Wasser RocVert aus Mali

Zugticket von Kayes nach Bamako und Busticket von Segou nach Mopti

der zug, nicht der express von dakar nach bamako, sondern ein "regionalzug", faehrt schon morgen und ab 6:00 kann man sich fahrkarten kaufen. der zug faehrt dann um 9:45. dann haben wir uns noch eine tolle dusche gegoennt, denn die fahrt hat uns recht eingestaubt. am naechsten tag sind wir leider zu spaet zum ticketschalter gekommen, alle sitzplaetze waren schon vergeben, obwohl ich david sogar dazu ueberedet haette 1. klasse zu fahren, alles war voll. so haben wir mit bestechung noch 2 karten bekommen fuer die fahrt, aber keinen sitzplatz. die ankunft wurde uns so mit ca. 16:00 oder so angegeben. ja, da kann man schon stehen - das geht irgendwie. unglaublicherweise ist der zug tatsaechlich um 9:45 losgefahren, mit mueh und not haben wir platz fuer unsere rucksaecke gefunden und ein sehr netter herr hat mir seinen platz gegeben, da ich eine frau bin. david musste stehen. der zug ist immer voller und voller geworden und es ist immer heisser geworden und natuerlich auch spaeter. irgendwann sind wir stehen geblieben um zu essen. fisch, wie ueberall und - maffé (was sonst). das war am spaeten nachmittag. der harte teil kommt erst, denn unsere fahrt hat noch bis mitternacht gedauert.

zu allem uebel ist david auch noch krank geworden und wir lieben es nicht sehr in einer stadt anzukommen ueber die man gar nichts weiss, nach einer so langen und anstrengenden zugfahrt, bei nacht. aber der herr, der neben mir gesessen ist, der war dann so lieb und wollte mit uns ein hotel suchen gehen, wir haben gleich das erste genommen, war teuer, aber dafuer mit eigener badewanne, bidet und wc. und room-cooler. allerdings haette ich mich niemals in diese badewanne reingesetzt. neinein.

am naechsten tag haben wir dann ein billigeres hotel gesucht und das war so grausig dort, dass wir unser zelt im zimmer aufgestellt haben. denn unser zelt ist sauber. dort sind wir 3 naechte geblieben, bis david wieder fit war und wir das visum fuer die cote d'ivoire in unserem pass hatten. da bin ich dann halt alleine durch bamako gehirscht, war auch eine nette erfahrung, so allein als frau. zufaellig habe ich den consierge von der cote d'ivoire botschaft auf der strasse getroffen und er war sehr betruebt, dass david krank sei und hat gemeint, sobald wir in cote d'ivoire seien, waere alles wieder gut. (elfenbeinkueste darf man naemlich nicht mehr sagen, hab ich wo gelesen.) und weil es ueberall und soviel salat gegeben hat, hab ich dem davidchen einen salat gemacht. wasser gepumpt zum salat waschen, die tomaten abgeschaelt (vorher in heisses wasser), mit gurken und erdaepfeln. und als nachspeise ananas mit bananen. denn hier gibt es, wie in indien, viele verschiedene bananen. und david mag bananen.

in bamako ist es mir zum ersten mal aufgefallen, dass sehr viele schwarze frauen, vornehmlich die, die geld haben, einen pepi haben. die tragen zu der ganzen hitze, die eh schon herrscht tatsaechlich eine peruecke! eine weitere eigenart ist, dass die, die so zoepfe haben, die zoepfchen oft mit den baendern von kassetten zusammenbinden. viele maedels hab ich schon gesehen, die kassetten ausfaedeln.

nach bamako sind wir richtung djenné aufgebrochen, allerdings nicht die ganze strecke an einem tag, nur die haelfte, weil der david noch nicht soooo fit war. und das war super, denn wir sind am nachmittag angekommen und haben ein recht nettes hotel gefunden und die stadt bzw das staedchen war sehr lauschig. segou ist am niger gelegen, nicht allzu viele touristen kommen vorbei und die leute waren sehr freundlich und hilfsbereit. bei sonnenuntergang sind wir zum niger spaziert und es war ein bisschen wie in venedig. viele pirogen, die da herumgefahren sind wie die gondeln und am ufer hatten wir ein lustiges gespraech mit einem mann, der es fast nicht glauben konnte, dass david daheim manchmal kocht. das gaebe es in mali niemals! der mann macht die dinge ums und fuers haus und die frau die dinge im haus.

bereits am naechsten tag sind wir weitergefahren nach djenné, da muss man einfach hin, wenn man schon in mali ist, eine stadt aus lehm, beruehmt wegen der grossen mosche, die natuerlich auch aus lehm ist und wegen dem montaeglichen markt. allerdings gibts auch unmengen von touristen dort. und da hatte ich mein grosses tief. ich schreib am abend weiter, die wollen jetzt gern zusperren.


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© david scharler