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reiseBERICHTE | 22 | david, fortbewegung | 25.1.2002

fortbewegen in afrika ist das thema meines heutigen eintrags, da sich die ina ja mit dem reiseverlauf der letzten zwei wochen beschaeftigt. um euch einen eindruck zu geben, womit wir hier so durch die gegend koffern moechte ich heute ein paar sachen beschreiben.

marokko
in marokko waren wir eigentlich nur mit dem bus unterwegs, abgesehen von ein paar sammeltaxis, die in den staedten relativ guenstig verkehren. diese haben in jeder stadt eine andere aber einheitliche farbe, haupsache klein und franzoesisch. die marokkanischen busse fahren fast nach fahrplan, es gibt fixe tarife, auch wenn einige versuchen ein wenig geld herauszuschlagen durch hilfestellung und ticketkauf. auch der preis fuer das gepaeck ist mit 5 dirham recht fix (natuerlich touri-preis, aber einheitlich), nur manchmal muss man ein wenig streiten, damit sie sich wieder saran erinnern. normalerweise bekommt man immer einen sitzplatz (ausser man steigt irgendwo dazwischen zu), der "schaffner" zaehlt immer brav durch damit er weiss, wieviel platz haben - zur not gibt's auch noch kleie schemel fuer den mittelgang.

mauretanien
in mauretanien waren wir ueberhaupt nie oeffentlich unterwegs, was wir angesichts der fahrzeuge aber auch nicht bereuen, das ist wohl auch der grund warum man immer einzelne mauren im senegal und in gambia herumfahren sieht - zum autokauf. die mauretanischen autos sind in jaemmerlichem zustand, meist sind die oeffnungen nicht mehr vorhandenen lichter mit einer blechplatte zugeschweisst, fenster sind mangelware, die urspruengliche farbe nur schwer zu erraten. einmal haben wir eine frau touri auf dem dach eines gelaendewagens in der wueste gesehen, scheint zwar romantisch, aber nach fuenf tagen wuestengeholper sind diese gefuehle wohl vorbei.

senegal
der oeffentlich verkehr im senegal ist fest in privater hand, wie es scheint. nur in den staedten gibt es die oft fotografierten "transport commune", kleinbusse mit platz fuer vieeele leute mit bunter bemalung, mehreren "alhamdulillas" und "dieu mercis".
besonders gerne waren wir mit den peugeot504-taxis unterwegs. das sind sammeltaxis fuer ueberland, die abfahren, wenn sie voll sind und das sind sie bei 7 fahrgaesten. peugeut504 sind alte franzoesische kombis, nicht selten auch ehemalige leichenwagen (mit lauschigen schwarzen rueschevorhaengen), die etwas umgebaut werden: die hintere sitzreihe mit drei regulaeren sitzen wandert ein wenig nach vorne und dahinter wird etwas erhoeht zwischen den radkaesten noch eine reihe eingezogen, auch fuer drei personen. der glueckliche sitzt natuerlich in der ersten reihe (ganz vorne der privilegierte), weil mit mehr platz und luft und evtl. aussicht. ausser - eine haeufige mode - eine sich mehr oder weniger loesende plastikfolie gegen die sonne verdeckt die aussicht bis auf kinnhoehe von oben.
der grosse vorteil der peugeot-taxis ist die geringe passagierzahl, die ein durchfahren ohne aus- und einsteigen von passagieren ermoeglicht. ein weiterer vorteil gegenueber privatautos ist, dass sie nie bei polizeikontrollen auseinandergenommen werden (ausser in der casamance, wo immer alle alle 50 km aussteigen muessen, um dem herrn polizisten persoenlich den pass zu reichen und ihm die "profession" mitzuteilen). in den staedten gibt es natuerlich auch taxis, die in schwarz-gelb gehalten sind und zwischen "ok" und "ohne-tuerschnallen-aber-mit-gepolter" variieren, was sich aber in der regel nicht auf den preis auswirkt.

gambia
gambia ist das netteste land, was die oeffentlichen verkehrsmittel angeht - liegt wohl auch daran, dass es so klein und ueberschaubar ist.
uje, der nette herr sperrt jetzt zu und dreht den strom ab, aber ich hoffe ihr seid wieder dabei, wenn die fortsetzung folgt...
liebe gruesse aus dem niger, david

Ab Gambia sind wir auch mit Lonely Planet ausgerüstet und haben endlich besser recherchierte Informationen als mit dem Daerr-Reiseführer Westafrika, der sich leider auf Autoreisende spezialisiert hat und z.T. veraltet ist, da nicht gut nachrecherchiert.


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